9. Dezember 2020 - 29. Januar 2021: Wanderausstellung : "Hölderlins Orte. Fotografien von Barbara Klemm"

Anlässlich des 250. Geburtstages von Friedrich Hölderlin, dem berühmten Dichter, der in Tübingen, der Partnerstadt von Aix, lebte und starb, machte sich Barbara Klemm auf Spurensuche und hielt die Stationen seines Lebens in Bildern fest.

In der Ausstellung Hölderlins Orte - Fotografien von Barbara Klemm nähert sich eine Fotografin, deren Bilder in das ikonografische Gedächtnis der Bundesrepublik eingegangen sind, einem Dichter, der wie kein anderer die Grenzen der deutschen Sprache ausgelotet hat: Friedrich Hölderlin.

Eigens für die Ausstellung, die zu Hölderlins 250. Geburtstag entstand, hat Barbara Klemm Landschaften und Blickrichtungen aus seinen Gedichten mit ihrer Kamera erfasst. Die dafür unternommenen Reisen führten Sie zu den Orten, die Hölderlins Leben und Werk geprägt haben: In die Geburtstadt Lauffen am Neckar, nach Nürtingen, Heidelberg, Bad Homburg, Bad Driburg und Jena, ins Kloster Maulbronn und zu jenem Tübinger Turm am Neckar, der heute nach dem Dichter benannt ist. Doch nicht die biografischen Orte sind auf ihren Fotografien zu sehen. Vielleicht ging es dabei um das, was in Höderlins Werk eingegangen ist: Anstelle des einstigen Geburtshauses ist das Lauffener Höderlin-Denkmal abgelichtet; ; anstelle des Nürtinger Wohnhauses der Neckar, Hölderlins Wegbegleiter seit Kindheitstagen, den er im gleichnamigen Gedicht zum Ausgangspunkt einer Gedankenreise nach Griechenland gemacht hat. Barbara Klemms Fotografien folgen dieser Blickachse vom Neckartal bis zu den griechischen Tempelruinen, die allein Hölderlins Romanheld Hyperion erblickt. Sie ergänzen die Orte, die der Dichter selbst vor Augen hatte, um jene Sehnsuchtsorte, die er sich lediglich literarisch erschliessen konnte. Es sind poetische Bilder, die von Versen aus Hölderlins Gedichten ausgingen und wieder auf diese zurückverweisen. Wolken-, Wasser-, Baum- und Landschaftsstudien sind darunter, aber auch eine Serie von Jahreszeitenbildern, die mit den späten, im Turm verfassten Jahreszeitengedichten korrespondieren. Der Himmel nimmt darin viel Raum ein - ganz ähnlich wie in Hölderlins Gedichten, die stets das Unerreichbare zu greifen suchen.

Barbara Klemms Fotografien lenken den Blick ins Weite, in die Welt hinaus, und lösen die Aufforderung ein, die Hölderlin in seinem Gedicht Der Gang aufs Land ausgesprochen hat: "Komm! ins Offene." Es sind Zeugnisse eines Blickaustauschs zwischen einem Dichter, der seiner Zeit weit voraus war, und einer Künstlerin, die mit ihren Fotografien die Wahrnehmung unserer Gegenwart mitgeprägt hat. Mit Beginn des Hölderlin-Jubiläumsjahres 2020 gehen die Bilder der Fotografin mit den Versen des Dichters auf Wanderschaft.

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