Donnerstag, den 14. und Freitag, den 15. Oktober I Studientag

Linguistik und Didaktik des Übersetzens

In diesem Kurs wird die Nützlichkeit des Übersetzungsunterrichts im Rahmen des Sprachstudiums an der Universität untersucht, von der L1- bis zur Master-Ebene, einschließlich der Vorbereitung auf Auswahlprüfungen. Der Schwerpunkt wird auf dem deutsch-französischen / französisch-deutschen Paar liegen. Auch die Frage nach dem Status der Übersetzung in der Sekundarstufe kann angesprochen werden.

Historisch gesehen bezieht sich die Ausübung der Übersetzung auf die indirekte Methode, die bis zum Ende des 19. Jahrhunderts vorherrschte. In diesem traditionellen Rahmen basiert das Lernen auf der Muttersprache, die mit der Fremdsprache verbunden werden muss: "Wenn das Sprechen einer Fremdsprache bedeutet, geistig, augenblicklich und unbewusst von der Muttersprache in die Fremdsprache zu übersetzen, muss die Methode, dies zu erreichen, ein intensives Übersetzungstraining sein" (Puren 1995: 9). (Puren 1995:9). Dies legitimiert die Übersetzung vom methodischen Standpunkt aus gesehen. Wenn wir hingegen der Meinung sind, dass das Lernen direkt in der Fremdsprache stattfinden sollte, und zwar auf möglichst natürliche Weise, wie beim Erlernen der Muttersprache, dann ist die Übersetzungsübung nicht mehr gerechtfertigt.

Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde die direkte Methode in verschiedenen Formen durchgesetzt, die die Unterrichtspraxis tiefgreifend veränderten: audio-orale, audio-visuelle, kommunikative Methoden usw. So wurde die Übersetzung aus der Sekundarstufe verdrängt. Obwohl es nie aus den Lehrplänen der französischen Hochschulen verschwunden ist, ist die Kritik daran nicht weniger heftig: "Die Studenten machen (das Übersetzen), weil es auf dem Lehrplan steht und es ihnen erlaubt, an einer Prüfung oder einem Wettbewerb teilzunehmen; auf der anderen Seite gibt es eine vage Hoffnung oder das Gefühl, dass sie ihre Kenntnisse in einer Fremdsprache verbessern werden" (Ballard 2011: 255). (Ballard 2011:255).

Moderne Lehrmethoden basieren heute auf einem kompetenzbasierten Ansatz, der die situativen Fähigkeiten betont. Die Beibehaltung der traditionellen Themen- und Versionsübungen an der Universität, die etwas veraltet und scheinbar von der Realität abgekoppelt sind, mag gelinde gesagt anachronistisch erscheinen. Dennoch tendiert die Übersetzung dazu, nach einer langen Zeit der Diskreditierung wieder eine gewisse Legitimität zu erlangen. Die zahlreichen Arbeiten der Übersetzungswissenschaft der letzten Jahre haben sicherlich dazu beigetragen, vor allem im deutschsprachigen Raum (vgl. Balacescu & Stefanink 2005), indem sie versucht haben, dieser pädagogischen Tätigkeit eine theoretische und methodische Grundlage zu geben und die Lehrenden zu einer Erneuerung und Diversifizierung ihrer Ansätze zu ermutigen. Die Eröffnung neuer Berufsausbildungsgänge hat es auch möglich gemacht, das Übersetzen als eine eigenständige Fähigkeit zu betrachten. Obwohl die Übersetzung literarischer Texte nach wie vor ein zentraler Bestandteil der Germanistik ist, haben Sprachmittlung, Fachübersetzung und sogar audiovisuelle Übersetzung nach und nach ihren Platz in dieser breiteren akademischen Landschaft gefunden.

Dieser Studientag bietet daher die Gelegenheit, alle Fragen rund um das Übersetzen als Sprachübung zu diskutieren und zu hinterfragen, welche Verbindungen es zu linguistischen und didaktischen Theorien hat. Vorschläge für Vorträge, die auf eigenen Erfahrungen und/oder mit Studenten durchgeführten Übersetzungsprojekten basieren, sind besonders willkommen.

Freier Eintritt bei Registrierung
Detailliertes Programm, Informationen und Reservierungen: nathalie.schnitzer@univ-amu.fr , elise.geyer@univ-amu.fr und katharina.jechsmayr@univ-amu.fr